Akademie 55plus Darmstadt - Berichte 2017

Senioren-Expert-Service (SES):

Ältere Aktive werden zu Einsätzen ins Ausland vermittelt

retirement mit uganda marwenWenn sich Abenteuerlust, Mut und soziales Engagement in der nachberuflichen Zeit bei einer Person immer wieder melden, sollte ein Kontakt zum SES hergestellt werden. Der von der Bundesregierung unterstützte SES entsendet Fachleute auf Zeit ins Ausland, übernimmt die Organisation des Einsatzes und zahlt ein Taschengeld. Zur Anschaulichkeit dieser Möglichkeit berichteten kürzliche drei Referenten über ihre Einsätze in Indonesien, Rumänien und Uganda und ihre dabei erlangten unterschiedlichen Erfahrungen bei Aka im Gespräch:

Der Berufschullehrer, die Oberstufenlehrerin und der Arzt waren bereit, einige Monate aus ihrem „Schokoladen-Deutschland“ auszusteigen, um eine andere Seite des Lebens kennen zu lernen. Einfache Lebensbedingungen und unvorstellbare Armut zwangen zur Aktivierung des Erfindergeistes und der Improvisation. Wenn zum Beispiel der Berufschullehrer und mit der Lehrerausbildung beschäftigte Pädagoge sich in ländlichen Gefilden Rumäniens mit Roma-Kindern konfrontiert sieht, wo keine gemeinsame Sprache zur Verfügung steht. Gemüseanbau und Psychodrama (Thema Familie) waren die Schienen, auf denen sich seine Arbeit langsam zu einer Erfolgsgeschichte formen ließ!

Nach der Erfahrung als Granny-Aupair in USA zog es die Arheilger Lehrerin nach Uganda, wo sie mit kleinen Hilfen in einer Holzhaus-Schule für Wasser und Strom und schließlich für den Aufbau einer Bücherei sorgte. Der pensionierte Psychotherapeut und in der Tropenmedizin kundige Arzt wurde von ‚German Doctors’ für Senioren-Medizin nachqualifiziert und stand in Manila sofort vom Tod bedrohten kleinen Patienten gegenüber, die eine Woche alt waren. Bei seiner Arbeit lernte er aus unserer Sicht leicht übersehbare Schwierigkeiten kennen, die sein Verhalten einengten: Eine Maffia ähnliche „Manila-Gang“ bereichert sich skrupellos an den Erträgen der Plantagen und Wäldern und verteidigt diese Macht in allen Zweigen einer korrupten Gesellschaft, die eh den traditionellen Heilern mehr vertraut als der modernen Medizin.

Positiv äußerten sich alle drei Referenten über Zeichen der hohen Wertschätzung im Ausland und oft rührender Gastfreundschaft. Die Bereicherung des eigenen Lebens geht bis zu Neuorientierungen. Die geleistete Armutsbekämpfung im Ausland verleiht große Zufriedenheit und lässt neue politische Bewertungen im Gegensatz zu den touristischen Erfahrungen zu. Deutsche Arbeit wird in der ganzen Welt geschätzt, unabhängig vom Lebensalter der Experten, die in den Projekten völlig neue Situationen zu meistern lernen. Mehr Information und Kontakt: www.ses-bonn.de

Walter Schwebel