Aka-Tagesausflug mit Christa Röglin zu einem früheren Basaltabbaugebiet

Steinbruchseen 170Das Wetter: trüb-grau, aber niederschlagsfrei. Der Boden: matschig und pfützenreich. Die Stimmung: trotzdem gut. Klar, bei Sonnenschein und etwas höheren Temperaturen wäre die 10-Kilometer-Rundwanderung um die Dietesheimer Steinbruchseen herzerwärmender gewesen. Aber die Aka-Gruppe aus Darmstadt bekam bei dieser 33. von Christa Röglin für die Aka ausgearbeitete Wanderung doch zumindest eine Ahnung von der eigenwilligen Atmosphäre dieses Ausflugsziels und Naturschutzgebiets in der Nähe von Hanau.

Nachdem Christa Röglin vor einigen Jahren zusammen mit einer Freundin die nähere Umgebung Darmstadts gründlich erwandert hatte, erweiterte sie ihren Ausflugsradius und stieß bei ihren Erkundungstouren auf die Dietesheimer Steinbruchseen. Diese Gewässer entstanden in einem Gebiet, in dem bis 1982 Basalt abgebaut und in einem Betonstein- und Schotterwerk sowie einer Asphaltmischanlage verarbeitet wurde. Betrieben wurden die Anlagen von der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie und Vogelsberger Basalt. Das harte, dunkle Vulkangestein gilt als ideal für stark beanspruchte Verkehrsflächen und wird zu Schotter, Splitt, Pflaster- und Bordsteinen verarbeitet.

Steinbruchseen Karte 300Als der Basaltabbau beendet war, formte hochdrückendes, bisher abgepumptes Grundwasser eine 61 Hektar große Landschaft mit elf Seen, von denen der Vogelsbergersee (mit einer Insel in der Mitte) und der Oberwaldsee die größten sind. Die anderen Seen heißen Frankfurter See, Röstersee, Bellerbornsee, Schüsslersee, Rabenlohweiher, Hansteinweiher, Betzensee, grüner See und neuer See. Das Gebiet wurde mit rund 120.000 Bäumen und 7000 Sträuchern rekultiviert. (Für ein größeres Bild der Übersichtstafel über die Seen bei Hanau bitte auf das kleine Bild rechts klicken!)

Steinbruchseen 250Auf ihrem Rundwanderweg begegneten der Aka-Gruppe nur wenige Spaziergänger, was sicher am wenig einladenden Wetter dieses kühlen Februarsamstags lag. An verschiedenen Aussichtspunkten waren die Felsformationen besonders gut zu erkennen. Manche Steilwände spiegelten sich im grauen Wasser. Einige Seen waren noch leicht zugefroren. Die meditative Stille durchbrachen Schreie von Wasservögeln und Schüsse aus der Anlage einer Schützengemeinschaft.

Christa Röglin führte die Gruppe weiter zum Main und zur 1980 gebauten Staustufe Mühlheim mit Wasserkraftwerk und einer 300 Meter langen, 12 Meter breiten Schleusenanlage, die selbst große Frachtschiffe aufnehmen kann. Die technische Anlage gilt als wichtiger Knotenpunkt im Wasserstraßennetz des Mains und ermöglicht den Schiffsverkehr zwischen Rhein und Main-Donau-Kanal. Von der Staustufe aus ist es nicht mehr weit zur Bahnstation. Wohlbehalten und voller schöner Eindrücke kehrte die Gruppe nach Darmstadt zurück. Und mancher nahm sich sicherlich vor, die reizvolle Seenlandschaft ein zweites Mal aufzusuchen – allerdings erst im Frühling oder Frühsommer, wenn dort alles grünt und blüht.

Text und Fotos: Petra Neumann-Prystaj / 14.02.2026

 

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