Tagesausflug mit Vera Rech zum Park Wilhelmsbad und zur Burg von Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel

wilhelmsbad pnp1Hier eine kleine Argumentationshilfe für alle, die  in ihrem Bekanntenkreis neue Aka-Mitglieder anwerben wollen. Stellt ganz nebenbei die Frage: Wart ihr eigentlich schon mal in Wilhelmsbad? Habt ihr die Wasserburg von Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel von innen gesehen? Euch in einer der Kutschen des „ältesten feststehenden Karussells der Welt“ fotografieren lassen? Nein? Seht ihr, das alles könnt ihr erleben, wenn ihr Mitglied werdet und mit Vera Rech einen Tagesausflug nach Hanau unternehmt.

Denn es ist nur mit  Voranmeldung und als Gruppe  möglich, die entzückenden Barockzimmerchen der  Burg zu besichtigen und die TÜV-geprüfte Technik des einst mit Menschenkraft, dann mit Pferden, Benzin-Motor und jetzt von drei elektrischen Motoren mit zusammen 20 PS angetriebenen Karussells aus dem Jahr 1780 zu bestaunen.

wilhelmsbad pnp4Mit Evelin Weber hatte die Aka-Gruppe ein großes Los gezogen: Die Führerin brachte den Besucherinnen und Besuchern aus Darmstadt  anschaulich und mit vielen Anekdoten die Persönlichkeit jenes Erbprinzen nahe, der 1777 wegen einer Quelle mit angeblichem Heilwasser auf die Idee kam, bei Hanau eine Kuranlage  mit einem Garten im englischen Stil anlegen zu lassen. Auch Goethe und Thomas Jefferson, der Präsident der Vereinigten Staaten, flanierten einst durch die Anlage. Die Nutzung ihrer verschiedenen Annehmlichkeiten – etwa eine Schaukel in  Muschelform für die Damen oder das Karussell – ließ sich Wilhelm von den adligen Kurgästen teuer bezahlen. Denn er brauchte Geld für seine Projekte, zum Beispiel den Umbau einer Ruine in einen Sommersitz mit Burgcharakter, in dem er seine Geliebte „Rosette“, Rosa wilhelmsbad pnp2Dorothea Ritter, empfangen konnte.  Sie schenkte ihm in zehn Jahren acht  Kinder. Bei letzterem war er sich nicht mehr so sicher, ob er wirklich der Vater war und ließ „Rosette“ wegen „unehelicher Untreue“ anderthalb Jahre in Babenhausen einkerkern. Später heiratete sie ihren Aufseher und wurde über 70 Jahre alt. Der Erbprinz und spätere Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel lebte von 1743 bis 1821 und war kein  Kind von Traurigkeit. Er hatte vier eheliche und etliche uneheliche Kinder, zusammen über 20. Als der älteste eheliche Sohn Friedrich  im Alter von 12 Jahren starb, vermutlich an einer Blinddarmentzündung, wurde dessen Herz in einer Pyramide nahe der Burg aufbewahrt, die es heute noch gibt.   Wilhelm hatte die Tradition seines Vaters übernommen und  Soldaten aus Hanau an seinen britischen Vetter Georg verkauft. Sie sollten im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf der Seite Großbritanniens gegen die amerikanischen Rebellen kämpfen. 

wilhelmsbad pnp3Davon erzählt der Roman „Der Winter, der ein Sommer war“. Als er verfilmt wurde, durfte Günter Strack als Friedrich II., Landgraf von Hessen-Kassel, in eine Kutsche des historischen Karussells steigen. Dieses Karussell ist  in einem Gebäude untergebraucht, das auf einem Hügel steht und wie ein griechischer Tempel aussieht. Seine Restaurierung im Jahr 2010 hat  mehrere Millionen Euro gekostet. Ulrike Michaelis vom „Förderverein für das Karussell im Staatspark Hanau Wilhelmsbad e. V.“ erzählte vom großen technischen und finanzielle Aufwand, der nötig war, um  das historische Karussell mit Pferden und Kutschen wieder auf Trab zu bringen.  Eine Runde fahren durften die Aka-Mitglieder leider nicht, denn das Prunkstück wird geschont und nur einmal im Jahr in Gang gesetzt. „Nur anschauen, nicht berühren“, mahnte Ulrike Michaelis. Aber Fotografieren war erlaubt.

Der Aka-Ausflug wurde von allen Beteiligten als rundum gelungen empfunden, und dazu trug auch das Mittagessen an einer langen Tafel  unter Bäumen bei sommerlichen Temperaturen in der „Kleinen Parkwirtschaft“ bei.  Alle fragten sich, warum sie erst jetzt – dank Vera Rech - von dem empfehlenswerten Ausflugsziel Park Wilhelmsbad erfahren haben, das ja quasi vor der Darmstädter Haustüre liegt.

Petra Neumann-Prystaj

 

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