Für eine AKA-Gruppe hatte Patricia Gropp am vorerst letzten warmen und sonnigen Tag des frühen Herbstes einen Ausflug nach Ladenburg organisiert. Die kleine Stadt am Neckar, nahe Heidelberg und Mannheim, weist eine lange Historie auf, welche uns eine sehr fachkundige Führerin des örtlichen Heimatbundes in einem 1,5-stündigen Rundgang erläuterte.
An einer zentralen Stelle im früher zumeist sumpfigen Gelände, doch in der Nähe des Zusammenflusses von Rhein und Neckar gelegen, wurde der Ort sehr früh besiedelt. Die meisten Spuren hinterließen die Römer, welche den schon von den Kelten besiedelten Ort um das Jahr 100 zum Militärlager Lopodunum ausbauten. Es war im zweiten und dritten Jahrhundert eine größere Römerstadt mit Forum, Basilika und öffentlichen Bauwerken, geschützt durch massive Wehrmauern. Teile der Mauern und Fundamente, die mit rosa Sandsteinen aus dem nahen Odenwald errichtet wurden, haben bis heute überlebt.
Auf den römischen Fundamenten bauten kontinuierlich Herrscher und Vertreter der Kirche im Mittelalter weiter auf. Die Stadt war zeitweise Königssitz und der zweitürmige Dom repräsentierte den ehemaligen Bischofssitz des Bistums Worms.
Unser Rundgang startete am Wasserturm, der am Neckarufer liegt. In der Nähe wohnte und arbeitete Dr. Carl Benz, der dort seine ersten Automobile konstruierte. Unterstützt wurde er tatkräftig von seiner Frau Berta, welche von hier die legendäre Fahrt nach Pforzheim startete, ein wichtiges Marketingelement, um die Nutzung des Automobils zu verdeutlichen. Das Automuseum, welches die Stadt in den alten Produktionshallen eingerichtet hat, informiert heute über den Start der Autoproduktion von Carl Benz.
Neben den römischen Wurzeln beeindruckt die große, gut erhaltene und renovierte Altstadt. Mittelpunkt ist der historische Marktplatz mit Mariensäule und St. Gallus-Kirche (Dom). Die schlichte Gestaltung des Innenraums ist auf eine calvinistische Periode der Nutzung zurückzuführen.
Im alten Domhof am Rathaus verdeutlichen vier Skulpturen wichtige Elemente der Stadtgeschichte. Ein römischer Soldat verkündet die Stadtrechte, ein Wasserschöpfer repräsentiert die untergeordnete Bevölkerung, Bischof und Kurfürst streiten um die Stadtrechte.
Patricia Gropp stellte unseren Besuch unter das kulturelle Motto einer „Lyrisch & musikalischen Reise“. Die in der Stadt lebende Schriftstellerin Kristin Wolz begleitete uns und trug in den Pausen ihre unterhaltsamen, auf die Stadt zugeschnittenen, aber auch zum Nachdenken anregenden Gedichte vor. Verbunden mit der Stadt ist auch der Barockkomponist und Violinist Arcangelo Corelli. Er lebte 1653-1713 in Rom und Kurfürst Johann Wilhelm verlieh ihm den Titel „Marquis de Ladenburg“. Das Corelli Ensemble pflegt dieses Erbe und Patricia Gropp bot uns zum Abschluss des Rundgangs eine kleine Hörprobe.
Die Führung endete am Lobdengau-Museum, welches ausführlich über archäologische Funde und Stadtgeschichte informiert. Anschließend besuchten wir ein schönes Café. Ladenburg zeichnet sich auch durch eine umfangreiche Gastronomie mit historischen Gasthöfen und Cafés aus. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert!
Text und Fotos: Christiane Schuchard-Ficher 07/10/2026




